Die im Jahr 2020 in Betrieb genommene Rettungswache in Wenden-Gerlingen weist bereits nach wenigen Jahren erhebliche Schäden an der Außenfassade auf. Konkret wurden Rissbildungen und Feuchteschäden festgestellt, zudem löst sich der Außenputz stellenweise großflächig vom Gebäude, sodass das Mauerwerk teilweise freiliegt.
Vor diesem Hintergrund hat unser Kreistagsmitglied Guido Pasternack (UWG Kreis Olpe) das Thema im Betriebsausschuss der Kreiswerke Olpe aufgegriffen und eine Anfrage an die Verwaltung gerichtet.
Verwaltung sieht keinen Gewährleistungsanspruch
Nach Angaben der Betriebsleitung ist die Gebäudesubstanz der Rettungswache zwar intakt, jedoch ist der Außenputz insbesondere im Bereich des Obergeschosses erheblich beschädigt. Eine umfassende Sanierung der Fassade ist daher erforderlich.
Besonders kritisch bewertet die UWG die rechtliche Einschätzung der Verwaltung:
Nach Auskunft eines hinzugezogenen Sachverständigen sollen die Schäden nicht auf einen Bau- oder Planungsmangel zurückzuführen sein. Damit bestehen laut Verwaltung keine Gewährleistungsansprüche gegenüber den beteiligten Unternehmen.
Die Kosten für die Sanierung werden als Investition behandelt und fließen in das Anlagevermögen ein. Letztlich werden diese somit über die Kostenmiete von der öffentlichen Hand getragen.
Zweifel an der fachgerechten Ausführung
Für die UWG wirft diese Einschätzung erhebliche Fragen auf. Es ist aus unserer Sicht schwer nachvollziehbar, dass ein öffentliches Gebäude bereits nach rund fünf Jahren derart massive Schäden aufweist, ohne dass hierfür ein Verantwortlicher benannt werden kann.
Das vorliegende Gutachten beschreibt unter anderem Probleme im Haftverbund zwischen Außenputz und Untergrund sowie Feuchtigkeitseinwirkungen, die zur Ablösung des Putzes geführt haben. Die erforderliche Sanierung umfasst eine vollständige Neuherstellung des Putzsystems in mehreren Schichten.
Vor diesem Hintergrund bestehen für die UWG erhebliche Zweifel an der fachgerechten Ausführung der ursprünglichen Arbeiten.
UWG fordert Transparenz und Konsequenzen
Gerade bei öffentlichen Bauprojekten in Millionenhöhe erwartet die UWG eine nachhaltige und fachgerechte Bauausführung. Ebenso muss im Schadensfall konsequent geprüft werden, ob und inwieweit Verantwortlichkeiten bestehen.
Die UWG wird den weiteren Verlauf der Sanierungsmaßnahmen aufmerksam begleiten und sich weiterhin für eine vollständige Aufklärung sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln einsetzen.