{"id":3444,"date":"2026-04-10T11:42:23","date_gmt":"2026-04-10T09:42:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.uwg-kreisolpe.de\/site\/?p=3444"},"modified":"2026-04-10T11:53:45","modified_gmt":"2026-04-10T09:53:45","slug":"grundsteuer-b-im-kreis-olpe-267-mehrbelastung-und-das-ist-erst-der-anfang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uwg-kreisolpe.de\/site\/grundsteuer-b-im-kreis-olpe-267-mehrbelastung-und-das-ist-erst-der-anfang\/","title":{"rendered":"Grundsteuer B im Kreis Olpe: 26,7 % Mehrbelastung \u2013 und das ist erst der Anfang"},"content":{"rendered":"<p>Die Diskussion um die Grundsteuer B nimmt im Kreis Olpe deutlich an Fahrt auf \u2013 und sie wird f\u00fcr viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger teuer.<\/p>\n<p>Was sich aktuell in der Hansestadt Attendorn abzeichnet, d\u00fcrfte nur ein Vorgeschmack auf das sein, was auch in anderen Kommunen noch bevorsteht.<\/p>\n<p><strong>Der konkrete Fall Attendorn: Ein politischer Kurswechsel mit Folgen<\/strong><\/p>\n<p>Attendorn hatte \u2013 wie viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen \u2013 auf sogenannte differenzierte Hebes\u00e4tze gesetzt:<\/p>\n<ul>\n<li>468 % f\u00fcr private Wohngrundst\u00fccke<\/li>\n<li>895 % f\u00fcr gewerbliche Grundst\u00fccke<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ziel war es, die durch die Grundsteuerreform ausgel\u00f6sten Mehrbelastungen f\u00fcr Wohneigentum abzumildern.<\/p>\n<p>Doch genau dieses Modell ger\u00e4t nun ins Wanken. Gerichtliche Entscheidungen stellen die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Differenzierung zunehmend infrage. Die Konsequenz: Die Stadt sieht sich gezwungen, auf einen einheitlichen Hebesatz umzusteigen \u2013 r\u00fcckwirkend.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen sind erheblich:\ud83d\udc49 <strong>Private Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer m\u00fcssen im Durchschnitt mit einer Mehrbelastung von 26,7 % rechnen.<\/strong><\/p>\n<p>Das ist kein Detail \u2013 das ist ein massiver Eingriff in die finanzielle Belastung vieler Haushalte.<\/p>\n<p><strong>Ein strukturelles Problem \u2013 kein Einzelfall<\/strong><\/p>\n<p>Die Situation in Attendorn ist kein Sonderfall, sondern systembedingt.<\/p>\n<p>Das Land Nordrhein-Westfalen hat sich bewusst dagegen entschieden, die bekannten Verwerfungen der Grundsteuerreform \u00fcber rechtssichere Anpassungen \u2013 etwa bei den Steuermesszahlen \u2013 zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Stattdessen wurde den Kommunen ein Ausweichmodell angeboten: differenzierte Hebes\u00e4tze.<\/p>\n<p>Was politisch als pragmatische L\u00f6sung verkauft wurde, erweist sich nun als rechtliches Risiko.<\/p>\n<p><strong>Blick in den Kreis: Noch gr\u00f6\u00dfere Sprengkraft in anderen Kommunen<\/strong><\/p>\n<p>Besonders brisant wird die Lage beim Blick auf andere St\u00e4dte und Gemeinden im Kreis Olpe:<\/p>\n<ul>\n<li>Lennestadt: 541 % \/ 1064 %<\/li>\n<li>Kirchhundem: 627 % \/ 1257 %<\/li>\n<li>Finnentrop: 627 % \/ 1253 %<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese deutlich gr\u00f6\u00dferen Spreizungen lassen erahnen, was passiert, wenn auch hier eine Vereinheitlichung erfolgen muss:<\/p>\n<p>\ud83d\udc49 <strong>Die Belastungsspr\u00fcnge f\u00fcr private Eigent\u00fcmer k\u00f6nnten noch deutlich \u00fcber dem Niveau von Attendorn liegen.<\/strong><\/p>\n<p>Umso erstaunlicher ist, dass aus diesen Kommunen bislang kaum \u00f6ffentliche Diskussionen oder klare Positionierungen bekannt sind.<\/p>\n<p><strong>Politische Brisanz: Schweigen vor der Wahl?<\/strong><\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist die politische Konstellation:<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Hansestadt Attendorn mit einem SPD-B\u00fcrgermeister die Problematik offen anspricht und handelt, herrscht in vielen anderen Kommunen im Kreis auff\u00e4llige Zur\u00fcckhaltung.<\/p>\n<p>Diese sind \u00fcberwiegend CDU-gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahl dr\u00e4ngt sich eine unbequeme Frage auf:<br \/>\n\ud83d\udc49 Wird hier bewusst Zeit gewonnen, um unpopul\u00e4re Entscheidungen m\u00f6glichst lange hinauszuz\u00f6gern?<\/p>\n<p>Denn eines ist klar:<br \/>\nDie Probleme verschwinden nicht \u2013 sie werden nur vertagt.<\/p>\n<p><strong>Positives Gegenbeispiel: Wenden<\/strong><\/p>\n<p>Dass es auch anders geht, zeigt die Gemeinde Wenden.<\/p>\n<p>Dort wurde auf die Einf\u00fchrung differenzierter Hebes\u00e4tze verzichtet. Diese Entscheidung erweist sich nun als vorausschauend:<\/p>\n<ul>\n<li>keine rechtlichen Unsicherheiten<\/li>\n<li>keine r\u00fcckwirkenden Korrekturen<\/li>\n<li>keine sprunghaften Mehrbelastungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein Beispiel daf\u00fcr, dass kommunale Weitsicht durchaus m\u00f6glich ist \u2013 auch ohne Vorgaben aus D\u00fcsseldorf blind zu folgen.<\/p>\n<p><strong>Fazit: Politisches Versagen mit Ansage<\/strong><\/p>\n<p>Die aktuelle Lage ist das Ergebnis einer politischen Fehlkonstruktion:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Land empfiehlt ein rechtlich unsicheres Modell<\/li>\n<li>Kommunen setzen dieses Modell um<\/li>\n<li>Gerichte stellen die Grundlage infrage<\/li>\n<li>B\u00fcrger werden nachtr\u00e4glich st\u00e4rker belastet<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Leidtragenden sind am Ende diejenigen, die ohnehin schon unter steigenden Kosten leiden: die privaten Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer.<\/p>\n<p><strong>Unsere Forderung<\/strong><\/p>\n<p>Die UWG im Kreis Olpe fordert:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Rechtssichere und transparente L\u00f6sungen auf Landesebene<\/strong><\/li>\n<li><strong>Ehrliche Kommunikation in allen Kommunen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Keine politischen Verz\u00f6gerungstaktiken zulasten der B\u00fcrger<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Denn Vertrauen entsteht nicht durch Schweigen \u2013 sondern durch Klarheit und Verantwortung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Diskussion um die Grundsteuer B nimmt im Kreis Olpe deutlich an Fahrt auf \u2013 und sie wird f\u00fcr viele [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":3443,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.uwg-kreisolpe.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3444"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.uwg-kreisolpe.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.uwg-kreisolpe.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uwg-kreisolpe.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uwg-kreisolpe.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3444"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.uwg-kreisolpe.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3444\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3447,"href":"https:\/\/www.uwg-kreisolpe.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3444\/revisions\/3447"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uwg-kreisolpe.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3443"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.uwg-kreisolpe.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3444"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uwg-kreisolpe.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3444"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uwg-kreisolpe.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3444"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}